Heften vs. Tackern

"Bitte nur heften"

Oder: Wie verunsichere ich den Azubi.


Ein Schweißausbruch überkommt den ambitionierten Azubi. Da hat er alle 262 Rechnungen fein säuberlich ausgedruckt, wie es ihm aufgetragen wurde. Wie verabredet war er im Begriff, sie an den Arbeitsplatz des Chefs zu legen. Doch gerade noch rechtzeitig entdeckt er das Post-it auf seinem eigenen Schreibtisch: „Bitte nur heften!“

Eigentlich eine einfache Aufgabe.

Seit geschlagenen fünf Minuten denkt der angehende Bürokaufmann nun schon über den Arbeitsauftrag nach: „Heißt heften nun tackern? Ist das nicht das Gleiche? Oder meint der Chef, ich soll die Rechnungen mit Büroklammern zusammenheften? Lochen und mit Heftstreifen versehen? Im entsprechenden Ordner abheften?“ Eine Frage folgt in seinem Kopf der nächsten: „Es kann doch nicht sein, dass du nach einer fertigen Ausbildung plötzlich an einer so lapidaren Aufgabe scheiterst!“, denkt er, verärgert über sich selbst. Die Blöße möchte er sich an seinem zweiten Arbeitstag nicht geben. Was soll der Chef denn denken? Hoffnungsvoll sucht er Rat bei Google. „Nein“, schreibt das Mitglied eines Forums für Bürobedarf und Hilfe im Arbeitsalltag. „Heften und tackern ist nicht das Gleiche, wohl aber heften und klammern.“ Der jetzt endgültig verwirrte Mitarbeiter gibt sich geschlagen und schlurft hängenden Kopfes zum Chef-Büro, um sich den Begriff „heften“ erklären zu lassen.

Der Hefter auf dem Schreibtisch, der Tacker auf der Werkbank. Eigentlich ganz einfach.

Die Situation, wie beschrieben, ist bestimmt keine Seltenheit in deutschen Büros. Schuld daran ist nicht nur, dass das Wort Heften für verschiedenste Bürotätigkeiten genutzt wird. Auch haben sich die beiden Begriffe „heften“ und „tackern“ im deutschen Sprachgebrauch als Synonyme eingebürgert. Beide Wörter werden gleichgesetzt. Dabei bezeichnen sie doch etwas anderes. Soll etwas geheftet werden, kommt – wenig überraschend – der Hefter zum Einsatz; das Gerät, das auf dem Schreibtisch gleich neben dem Locher seinen Platz hat. Es verbindet mit einer kleinen Metallklammer lose Papierblätter miteinander. Ist vom Tackern die Rede, geht es hingegen um ein Gerät, mit dem in der Regel Holz befestigt wird: an einem anderen Stück Holz, an Stoff oder an Folie. Beispielsweise benutzt man einen Tacker, um beim Polstern Stoff an einen Stuhl zu befestigen. Oder um das Gitter am Hasenstall anzubringen. Auch bei handwerklichen Arbeiten wie dem Dachbodenausbau oder dem Befestigen von Fußleisten kommt der Tacker zum Einsatz. Je nach Anwendung werden zwar verschiedene Klammerarten verwendet, jedoch immer ein Tacker.

Die einzige Gemeinsamkeit von Heftern und Tackern liegt also darin, dass sie Dinge miteinander zusammenbringen; der Unterschied liegt aber beim verwendeten Material: Tacker für Holz oder ein ähnlich stabiles Material, in das das Befestigungsmittel geschossen werden kann, Hefter für Papier. 


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