Ordentlicher Arbeitsplatz
Ein unaufgeräumter Schreibtisch bewirkt oft nur Chaos.

„Das befreite Gefühl danach ist unschlagbar.“

Infos & Tipps zum Thema Aufräumen & Ordnung halten – von „RaumStruktur“-Expertin Brigitte Borchers


Moment … Ich hatte irgendwo schon eine tolle Idee für den Texteinstieg aufgeschrieben. Wo liegt der Zettel bloß? Bestimmt in einem der vielen Stapel auf meinem Schreibtisch. Die sollte ich sowieso mal durchgehen und sortieren, vieles kann bestimmt weg. Das wird jetzt eine Weile dauern, fürchte ich. Aber bevor ich damit anfange, stelle ich euch kurz Brigitte Borchers vor. Die ist nämlich Expertin für strukturiertes Aufräumen, Ausmisten, Ordnen und Optimieren am Arbeitsplatz. Und hat dazu ein paar grundlegende Tipps parat, die ich wohl auch besser mal beherzigen sollte.

Das Thema Aufräumen begegnet uns schon früh im Leben. Meist sind es die Eltern, die dazu auffordern. Manchmal sogar unterfüttert von 

Ein aufgeräumter Schreibtisch hilft in vielen Bürosituationen.

Argumenten wie „Dann findest du auch alles besser wieder!“ oder „Hier kommt man ja sonst gar nicht mehr durch!“. Aus Protest dagegen pflegen viele später dann das sogenannte „kreative Chaos“ auf ihrem Schreibtisch. In Schule und Studium kommt man damit vielleicht noch durch. Doch am Arbeitsplatz, vor allem in Bürosituationen, sollte Schluss damit sein. Denn hier sind es meist die Vorgesetzten und Chefs, die zu mehr Ordnung auffordern. Und bei Antworten wie „Ja ja, mache ich morgen …“ seltsamerweise ziemlich verständnislos reagieren.

Aber wo anfangen? Und wie System reinbringen? Welche Ablagelösung ist für mich richtig? Und was muss ich grundsätzlich tun, damit nicht alle paar Wochen wieder das Chaos herrscht?

Damit man nicht bereits an solchen Fragen scheitert, gibt es Aufräum-Profis wie Brigitte Borchers. Unter dem Schlagwort „RaumStruktur“ bietet sie individuelle Beratung für Aufräum- und Umstrukturierungsprozesse, die sie auch aktiv persönlich begleitet. Das Spektrum ihrer Leistungen reicht dabei von A wie „Ausmisten & Atmosphäre schaffen“ bis Z wie „von Zeugs befreien“. Oder, wie sie es selbst zusammenfasst: „Ich unterstütze und begleite Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit und zu einem neuen Gefühl in ihren Arbeits- und Wohnräumen.“ Höchste Zeit, sie mal zum Thema zu befragen!

Interview mit Brigitte Borchers

Raumgestalterin Brigitte Borchers

Brigitte Borchers: Das Aufräumen an sich erst einmal schon. Aber das befreite Gefühl danach ist unschlagbar: Endlich wieder Platz auf dem Schreibtisch, im Schrank oder auf dem Boden – und somit auch wieder mehr Klarheit für anstehende Projekte. 

Brigitte Borchers: Die Zauberformel lautet: Nicht zu viel auf einmal vornehmen! Die Papierberge sind ja auch nicht von heute auf morgen entstanden. Nehmt euch einen Themenbereich vor und fangt klein an: Eine Schublade, ein Regalfach, ein bestimmtes erledigtes Projekt und sortiert es. Was kann weg, was muss dringend aufbewahrt werden? Und vielleicht entdeckt ihr dabei sogar noch kleine übriggebliebene To-Dos …

Brigitte Borchers: Eine Möglichkeit ist es, mit Farben zu arbeiten. Zum Beispiel bekommt jeder Kunde oder Lieferant eine eigene Farbe zugewiesen – und in dieser werden die Ordner und Prospekthüllen ausgewählt. Auch die Fachbücher können nach farbigen Buchrücken und Größe sortiert werden.

Brigitte Borchers: Erledigte und benutzte Dinge SOFORT an ihren Platz räumen. Die gute Zwei-Minuten-Regel von David Allen befolgen: Alles, was weniger als zwei Minuten dauert, sofort erledigen. Sprich abheften, dem Kollegen bringen oder in den Mülleimer werfen. Man muss auch nicht jeden Arbeitsschritt innerhalb eines Projektes aufbewahren. Am Ende eines Arbeitstages den Arbeitsplatz für den nächsten Tag vorbereiten: Erledigtes kommt an seinen Platz – und die aktuellen Projektmappen liegen bereit für einen entspannten Start in den nächsten Arbeitstag.

Vielen Dank Brigitte Borchers!

Das Interview hat mir schon sehr weitergeholfen. Die Stapel auf meinem Schreibtisch sind durchgesehen, ausgemistet, sortiert, geheftet und in Ordnern abgelegt. Natürlich mit den Heftern und Lochern von Novus, damit alles reibungslos und schnell geht. Und dank des „Flat Clinch“-Heftverfahrens passten die großen Stapel in nur wenige Ordner. Nur die Idee für den Texteinstieg habe ich leider nicht wiedergefunden – aber das wird mir jetzt bestimmt nie wieder passieren.