Plädoyer für Papier

Plädoyer für Papier

Von Hirn und Hand durchdacht

Seit mehr als fünfunddreißig Jahren ist das Konzept „papierloses Büro“ im Gespräch. Seitdem hat sich in der Welt der Technik viel getan: Dem Aufkommen digitaler Medien verdanken wir einen wichtigen Rückgang des Papierverbrauchs. Doch obwohl wir die technischen Innovationen, die den Schutz unserer Umwelt vorantreiben, niemals missen wollen, stehen wir weiterhin dafür ein: Ganz ohne Papier geht es nicht und wird es niemals gehen. Denn ohne Papier gäbe es auch keine Handschrift und die spielt erwiesenermaßen eine wichtige Rolle für die kognitive Leistung unseres Gehirns.

Durch Handschriftliche Notizen besser Dinge behalten

Als PISA-Seriensieger gilt Finnland als Vorbild im Schulbildungssystem. In diesem Jahr hat der Vorreiter einen besonderen Schritt gewagt: Die Schreibschrift ist nicht mehr fester Bestandteil des Grundschullehrplans, ebenso wie im Bundesland Hamburg. Ob das klug ist, daran scheiden sich die Geister. Studien belegen nämlich, dass die Handschrift nicht nur jahrhundertealtes Kulturgut ist, sondern auch die Denkprozesse während des Schreibens beeinflusst. So hat Handschrift-Experte Christian Marquardt der Wiener Zeitung verraten, dass mit der Hand zu schreiben die Erinnerungsleistung des Geschriebenen fördere. Eine Studie ergab, dass Studenten, die während der Vorlesung per Hand mitschrieben, die Inhalte besser behielten als solche, die auf elektronischen Geräten mittippten.

Durch Handschriftliche Notizen besser Dinge behalten

Auch die Vorstellungskraft wird von der Art des Schreibens beeinflusst: Eine amerikanische Untersuchung mit Zweit-, Viert- und Sechstklässlern zeigte, dass Schüler, die einen Aufsatz mit der Hand schrieben, schneller waren, mehr schrieben und mehr Ideen zu Papier brachten als Schüler mit einer Tastatur. Wer mit der Hand schreibt, ist währenddessen folglich kreativer. Das Ergebnis scheint logisch: Wenn der Gedanke die Zeit erhält, erst durch die Hand zu fließen, bevor er sich auf dem Papier manifestiert, steigt die Vorstellungskraft des Geschriebenen und die Idee nimmt deutlicher Gestalt an. Neurophysiologen vermuten, dass die fließenden Handbewegungen beim Schreiben die Gehirnareale fürs Denken, Sprechen sowie den Arbeitsspeicher aktivieren. Im Gegensatz zum einheitlichen Tastentippen regt die Handschrift also das Erinnerungsvermögen, die Vorstellungskraft sowie die Kreativität stärker an.

Was bedeutet das im Arbeitsalltag? Im nächsten Brainstorming lieber mal den guten alten Bleistift anspitzen und mitschreiben, anstatt mitzutippen. Lieber das Whiteboard der PowerPoint-Präsentation vorziehen und das Interview mit Block und Kuli anstatt mit Diktiergerät führen. Das dauert vielleicht länger, doch letztlich kommt es auf Qualität und nicht auf Quantität an, nicht wahr?

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