Memorykarten selber basteln: Euer Weg zu individuellem Lernspielzeug

Memorykarten selber basteln: Euer Weg zu individuellem Lernspielzeug

Memory gehört zu den zeitlosen Klassikern unter den Gesellschaftsspielen. Das Spiel ist einfach in der Idee, aber effektiv in der Wirkung: Zwei Karten werden aufgedeckt, passen sie zusammen, dürfen sie behalten werden, andernfalls werden sie wieder umgedreht.

Wer die meisten Paare hat, gewinnt. Was auf den ersten Blick leicht wirkt, entfaltet bei näherer Betrachtung eine bemerkenswerte pädagogische Tiefe, insbesondere für Kinder.

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Warum Kinder so gut Memory spielen

Viele Erwachsene erleben es immer wieder: Kinder schlagen sie im Memory, scheinbar mühelos. Das liegt nicht nur an der kindlichen Spielfreude, sondern auch an bestimmten entwicklungspsychologischen Voraussetzungen. Kinder verfügen oft über ein sehr aktives, visuell orientiertes Gedächtnis. Sie merken sich Positionen und Motive häufig schneller als Erwachsene – nicht zuletzt, weil sie unbefangen spielen und mit Freude bei der Sache sind.

Während Erwachsene sich oft auf Strategien oder bewusste Erinnerungstechniken verlassen, nutzen Kinder intuitive Zugänge, die ihnen beim Memory erstaunliche Erfolge ermöglichen.

Hinzu kommt: Kinder sind im Spiel präsent. Sie denken nicht an „richtig“ oder „falsch“, sondern folgen ihrem natürlichen Drang, Muster zu erkennen und Erfolgserlebnisse zu sammeln. Das macht sie in vielen Fällen zu beeindruckend starken Memory-Spielern.

Mehr als ein Spiel: Training für das Gedächtnis

Memory fördert auf spielerische Weise eine Vielzahl kognitiver Fähigkeiten. Zudem spricht das Spiel verschiedene Lerntypen an: visuelle, sprachliche, logisch-mathematische, je nach Gestaltung des Kartensatzes. Das macht Memory besonders vielseitig und individuell anpassbar an das Alter, das Sprachniveau oder die Interessen der Kinder.

Besonders im frühen Kindesalter, wenn sich das Gehirn in einer intensiven Entwicklungsphase befindet, zeigt das Spiel seine Stärken:

  • Konzentration: Um sich Kartenpaare zu merken, ist eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich.
  • Merkfähigkeit: Das Spiel unterstützt die Entwicklung des Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnisses – wichtige Grundlagen für schulisches Lernen.
  • Visuelle Wahrnehmung: Farben, Formen und Details werden differenziert wahrgenommen und miteinander verglichen.
  • Strategisches Denken: Kinder entwickeln im Laufe der Zeit individuelle Strategien, um sich Kartenpositionen besser einzuprägen.

Memory neu gedacht

Das klassische Memory-Spiel setzt auf doppelte Motive. Andere Varianten des Spiels gehen weit über das bloße Erkennen identischer Bilder hinaus. Sie eröffnen neue pädagogische Möglichkeiten, fördern differenziertes Denken und machen das Spiel noch vielseitiger. Die bekannten Vorteile – Konzentration, Merkfähigkeit, visuelle Wahrnehmung und strategisches Denken – gelten dabei nach wie vor. Doch durch thematisch ergänzende Kartensätze lässt sich das Spiel gezielt auf weitere Lernziele ausrichten, z. B.:

  • Sprachentwicklung: Wenn das Paar nicht aus zwei gleichen Bildern besteht, sondern aus einem Buchstaben und einem dazu passenden Begriff (z. B. „A“ und „Ameise“), müssen Kinder Begriffe mit Anfangslauten verknüpfen. Dies ist eine wichtige Vorstufe des Schriftspracherwerbs.
  • Mathematisches Denken: Kartenpaare wie „5“ und „2+3“ fordern zum ersten Rechnen und zur Zahlbegriffsentwicklung heraus.
  • Abstraktionsfähigkeit: Sogenannte Teekesselchen-Paare (z. B. „Bank“ als Sitzgelegenheit und Geldinstitut) fördern den Umgang mit Mehrdeutigkeiten und regen zum sprachlichen Austausch an.
  • Wortschatzbildung und Wissensvernetzung: Karten mit Gegensätzen (z. B. „Tag“ – „Nacht“, „nass“ – „trocken“) erweitern den Wortschatz und schulen das semantische Gedächtnis.

Diese beispielhaften erweiterten Spielideen sprechen mehrere Sinnes- und Denksysteme gleichzeitig an, ein bedeutender Vorteil für ganzheitliches Lernen im Kindesalter.

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Memory selbst gestalten – individuell, kreativ, lernfördernd

Ein großer Vorteil von Memory ist seine einfache Grundstruktur. Im Handel sind zahlreiche Varianten erhältlich. Ein Memory-Spiel lässt sich jedoch auch hervorragend selbst gestalten. Ob zu Hause, im Unterricht oder im pädagogischen Alltag: Ein eigens entwickeltes Memory-Spiel ist nicht nur individuell und kreativ, sondern auch didaktisch wertvoll.

Das braucht ihr für eure individuellen DIY-Memorykarten

Die Grundausstattung für selbstgemachte Memorykarten ist erfreulich überschaubar. Ihr benötigt Papier, einen Drucker (bestenfalls einen, der farbig drucken kann), eine Schneidemaschine oder eine Schere sowie – wo vorhanden – ein Laminiergerät für extra Langlebigkeit und häufigen Einsatz der Memorykarten. Für besonders kreative, einzigartige Projekte können zusätzlich Buntstifte, Marker oder Aufkleber zum Einsatz kommen.

Die Wahl des Materials ist entscheidend für die Haltbarkeit eurer selbstgemachten Memorykarten. Laminierte Karten halten besonders lange und lassen sich leicht reinigen. Dies ist ideal für den Einsatz mit kleineren Kindern. Wird kein Laminiergerät genutzt, empfiehlt sich stärkeres Papier (mind. 200 g/m²) oder dünne Pappe.

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So erstellt ihr euer eigenes Memory – Schritt für Schritt:

  1. Kartenvorlagen auswählen oder gestalten
    Entscheidet euch für ein Thema. Möglichkeiten gibt es viele: Die Bandbreite reicht von den klassischen Bild-Zwillingen über Buchstaben und passende Begriffe, Zahlen und Rechenaufgaben, oder Bildpaaren mit Gegensätzen bis hin zu Teekesselchen. Wichtig ist, dass die Paare inhaltlich zueinander passen, auch wenn sie nicht gleich aussehen.
  2. Drucken (optional: beidseitig)
    Eine gestaltete Rückseite schützt vor unbeabsichtigtem „Durchsehen“, sorgt somit für Fairness und gibt dem Spiel ein einheitliches Erscheinungsbild. Dabei könnt ihr entweder alle Seiten einzeln drucken und Vorder- und Rückseite zusammenkleben oder auf etwas stärkerem Papier beidseitig drucken. Solltet ihr kein Laminiergerät zum Finishing nutzen, könnt ihr die Motive auch auf dünne Pappe kleben, damit sie griffiger sind und länger halten.
  3. Ausschneiden
    Schneidet nun die Motive aus. Entweder mit der Schere oder mit einer Schneidemaschine, für gleichmäßige Größen, mehr Fairness im Spiel und – vor allem – weniger Arbeit.
  4. Laminieren
    Für längere Haltbarkeit empfiehlt sich das Laminieren der Karten, besonders im (häufigen) Einsatz mit jüngeren Kindern oder größeren Gruppen. Die laminierten Karten müssen nach dem Abkühlen ebenfalls noch zugeschnitten werden. Lasst dabei am besten etwas Rand, damit sich die Folie nicht löst und ihr lange Freude an eurem persönlichen Memoryspielt habt.
  5. Spielen, kombinieren, dazulernen
    Je nach Art des Memorys sind Gespräche, Erklärungen oder kreative Verknüpfungen erwünscht: Das Spiel wird damit zu einer aktiven Lernsituation.

Fazit

Memory ist ein Spiel mit vielen Gesichtern. In seiner klassischen Form trainiert es Gedächtnis und Konzentration. In weiterentwickelten Varianten fördert es darüber hinaus Sprachbewusstsein, mathematisches Denken und die Fähigkeit, Bedeutungszusammenhänge zu erkennen. Ein selbst gestaltetes, inhaltlich durchdachtes Memory bringt nicht nur Kreativität ins Spiel: Es macht Lernen zu einem individuellen Erlebnis, ob als Unterrichtsmaterial, Spielidee für zu Hause oder Projekt in der Vorschule.

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So kommt ihr easy durchs Ref!

Memory-Vorlagen zum Download

Euch fehlt die Zeit für eigene Memory-Vorlagen? Hier stellen wir euch vier Vorlagen zur Verfügung.

  1. ABC mit Tiermotiven
  2. Addition (Zahlenraum bis 10)
  3. Subtraktion (Zahlenraum bis 10)
  4. Teekesselchen