Home-Office mit Kindern

Home-Office mit Kindern

So macht ihr aus einer Notfall-Lösung eine familienbegleitende Einrichtung

Corona hat viele Eltern ins Home-Office befördert: Auch wenn dies für Eltern neue Herausforderungen bedeutet, bringt das Home-Office mit Kindern auch Positives mit sich. Denn nun spart ihr z. B. die Anfahrt zu eurem Büro und könnt den Tag insgesamt viel flexibler gestalten. Die gewonnene Zeit könnt ihr schönen Dingen zuwenden, z. B. eurer Familie. Denn nichts ist so wertvoll, wie glückliche Momente mit euren Kindern! Wir haben für euch Tipps zusammengestellt, mit denen ihr Home-Office und Kinderbetreuung spielend unter ein Dach bringt, sowie einige Bastelideen, die ihr in eurer gemeinsamen Zeit umsetzen könnt.

Mit Struktur flexibel bleiben: So vereinbart ihr Kinderbetreuung und Home-Office

Euer Kind geht heute zur Schule, morgen aber nicht. Oder diese Woche schon, nächste aber wieder nicht. Und in der Kita wurden die Stunden gekürzt. Von euch als Eltern wird Flexibilität erwartet, um all das aufzufangen, was externe Akteure (Schule, Kita, Arbeitgeber) von euch verlangen. Erstellt flexible Strukturen mit Organisations-Bausteinen, indem ihr jeden möglichen Fall für die nächsten Wochen durchplant. Bildet dazu unterschiedliche Situationen grafisch ab für eine bessere Übersicht, z. B. auf einem White-Board:

 

  • Wie ist ein Tag strukturiert, an dem euer Kind Schule hat? Dieses Schema nennt ihr z. B. „Plan Blau“
  • Wie sieht ein Tag aus, an dem es keine Schule hat? Diese Tagesstruktur erhält z. B. den Namen „Plan Grün“.
  • Wie gestaltet ihr einen Tag aus, an dem euer Kind die Kita nur verkürzt besuchen darf? Dieser Tagesplan heißt z. B. „Gelb“.

Erstellt zu jeder Möglichkeit einen Tagesplan für die ganze Familie: Wer macht wann was? Beachtet dabei Folgendes:

  • Welcher Elternteil ist wann für die Kinderbetreuung verantwortlich (ggf. Bringdienst zur Betreuungseinrichtung mitplanen!)? Was muss in dieser Zeit erledigt werden (Homeschooling, Hausarbeit etc.)?
  • Welcher Elternteil arbeitet in welchem Fall wo (zuhause oder am Arbeitsplatz)? Welche Absprachen müssen dafür mit dem Chef/den Kollegen getroffen werden?
  • Wann gibt es Zeiten, in denen Home-Office und Betreuung gleichzeitig geleistet werden müssen? Wie beschäftigt ihr eure Kinder in dieser Zeit, damit ihr in Ruhe arbeiten könnt? Welche Aufgaben erledigt ihr in dieser Zeit, welche verschiebt ihr besser auf kinderfreie Zeiten? Inwiefern müssen das eure Kollegen/der Chef wissen?

Haltet die Tagespläne schriftlich fest – z. B. auf einem Whiteboard, das für alle gut sichtbar in der Wohnung hängt. Mit farbigen Magneten könnt ihr zudem auf einem Wochenplan flexibel festlegen, wann welcher Plan gilt, z. B. indem ihr den blauen Magneten auf den Montag setzt.

Visualisiert Regeln altersgerecht

Sicherlich habt ihr während der vergangenen Monate Familienregeln aufgestellt, die euch helfen, die Zeit im Home-Office gut zu verbringen. Auch bei Regeln gilt: Sie sollten festgehalten werden – z. B. auf dem Organisationsboard. Habt ihr Kinder, die noch nicht lesen können, macht Fotos. Das Foto für die Regel „Wenn die Bürotür zu ist, bleibe ich draußen!“ könnte z. B. so aussehen: Das Kind steht vor der geschlossenen Tür und hebt mahnend den Zeigefinger. Klebt das Foto an das Board und ein zweites an die Bürotür. Kleinere Kinder missachten Regeln oft nicht willentlich. Sie vergessen sie. Erinnert sie daran an dem Ort, an dem sie sie beachten sollen.

Home-Office-Hilfsmittel für effizientes Arbeiten:
 

  • MEGA-Magnets zum Anzeigen der Verfügbarkeit (z. B. X-Magnet = jetzt bitte nicht stören)
  • White- und Kork-Boards für eine bessere Organisation
  • Aktenvernichter PaperSAFE 22017 für die DSGVO-konforme Vernichtung von Unterlagen – Arbeitsunterlagen (oder deren Rückseite) eignen sich nicht als Mal- oder Bastelmaterial für Kinder

Beschäftigungs-Box anlegen: Bastelideen für gemeinsame Zeit mit euren Kindern

Sowohl für die Zeit, in der ihr arbeiten müsst, als auch für die gemeinsame Zeit mit euren Kindern: Mit diesen Tipps und praktischen Basteleinleitungen bringt ihr Abwechslung in den Alltag und sorgt für spannende Beschäftigung.

Hausarbeiten aufteilen für mehr gemeinsame Zeit am Abend

Je nach Alter könnt ihr euren Kindern z. B. kleinere Hausarbeiten auftragen.

  • Kinder können z. B. die Spülmaschine ausräumen, Wäsche auf den Wäscheständer hängen, den Vorgarten gießen, Gemüse fürs Mittagsessen schnippeln oder kleinere Einkäufe erledigen, wenn sie schon älter sind.
  • Ältere Geschwister können gemeinsam mit den jüngeren aufräumen.

Erklärt ihnen dabei, dass sie durch das Erledigen der ihnen zugewiesenen Aufgaben dazu beitragen, dass die ganze Familie am Abend mehr Zeit hat, die sie gemeinsam verbringen kann. Wichtig: Die Aufgaben müssen nicht perfekt erledigt werden, damit Ihre Kinder sich ein Lob verdient haben!

„Fernbetreuung“ organisieren

Was macht eigentlich Oma so? Persönliche Treffen sind zwar mit Vorsicht zu genießen – zum Glück gibt es aber mittlerweile zahlreiche digitale Möglichkeiten um den Kontakt zu entfernt wohnenden Familienmitgliedern aufrechtzuhalten. Nutzt diese doch einfach für eine „Kinder-Fernbetreuung“: Sind eure Kinder alt genug, können sie mit Oma videochatten, mit der Tante telefonieren oder zusätzliche Zeit beim WhatsAppen mit Freunden verbringen. Kontaktpflege ist wichtig, gerade in Distanzzeiten.

Basteln gegen Langeweile und für ein schöneres Zuhause

Bastelt gemeinsam mit euren Kindern: Dabei könnt ihr schon mal die Halloween-Deko vorbereiten, Schultüten für den baldigen Schulbeginn basteln oder Garten-Deko kreieren. Alles erledigt? Der frühe Vogel fängt den Wurm: Warum sich also nicht jetzt schon Gedanken über einen Adventskalender oder das Karnevalskostüm machen? Sind eure Kinder alt genug, können sie diese Bastelideen auch ohne eure Anleitung umsetzen – z. B. während ihr im Home-Office arbeitet.

Spielaufgaben auf Vorrat anlegen

Legt einen Vorrat an „Spielaufgaben“ an wie Fensterbilder basteln oder Grußkarten für Verwandte und Freunde: Bereitet die benötigten Utensilien vor, sodass eure Kinder ihre Beschäftigung je nach Tagesform und -laune aus einem Repertoire aussuchen können.

Was in der Kinder-Bastelkiste nicht fehlen sollte:

 

Arbeitsplatz langfristig sinnvoll gestalten

Nicht jede Wohnung hat einen Büroraum. Kurzfristig sind Notlösungen tragbar, langfristig nerven sie. Nicht nur aufgrund der DSGVO solltet ihr spätestens jetzt euer Home-Office in einem separaten Raum einrichten. Vielleicht habt ihr ein Gästezimmer, ein Nähzimmer oder ein Bügelzimmer.

Natürlich liegen hier normalerweise andere Dinge auf dem Tisch, die sich auch nicht so einfach anderswo verstauen lassen – Nähutensilien oder Socken. Baut daher auf dem Tisch eine zweite Ebene ein: Das funktioniert mit einem Mehrplatzsystem.

Geordnete Ablage-Systeme strukturieren euren Arbeitsalltag: Montiert Ablagesysteme auf die flexiblen Tragarme, sodass vom Tisch ist, was gerade nicht gebraucht wird. Dank der Monitortragarme lässt sich der Bildschirm bequem zur Seite drehen.

Ein Mehrplatzsystem erspart euch darüber hinaus ständiges Hin- und Herräumen: Wird der Arbeitsplatz anschließend für Hausaufgaben genutzt, können die Arbeitsutensilien schnell zur Seite geräumt werden.

Es dauert, solange es dauert
 

Wahrscheinlich werdet ihr euch noch oft fragen, wann das endlich alles ein Ende hat. Akzeptanz ist ein wichtiger Resilienzfaktor: Eure innere Haltung kann dabei helfen, keine unnötige Energie in Versuche zu investieren, unveränderbare Dinge zu ändern. Passt eure Ansprüche an die Situation an: Verwendet die gesparte Energie auf wirklich wichtige Sachen – zum Beispiel auf das Verfolgen festgelegter Pläne.

Und vielleicht entdeckt ihr sogar in diesen etwas planlos erscheinenden Zeiten Dinge, die euch gut gefallen. Denn unruhige Zeiten bieten auch die Chance, Neues zu etablieren.