Bei der Familienplanung spielen arbeitsrechtliche Regelungen auch eine Rolle

Gesetzlicher Mutterschutz – Regelungen und Abschied

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, in der es viel zu planen gibt: Wo soll die Entbindung stattfinden? Welche Namen kommen für das Baby in Frage? In welcher Farbe wird das Kinderzimmer gestrichen? Für Arbeitnehmerinnen gibt es außerdem noch zusätzliche Fragen zu klären: Wie bin ich in meinem Job geschützt? Wie lange muss ich noch arbeiten und wie sieht meine finanzielle Lage aus? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, wird sich früher oder später mit dem gesetzlichen Mutterschutz beschäftigen.  Am 01. Januar 2018 ist das Gesetz in vereinfachter und übersichtlicherer Form in Kraft getreten. Damit ihr euch nicht durch seitenlange Paragraphen lesen müsst, haben wir die wesentlichen Inhalte für euch zusammengefasst.

Vereinbarung für den Mutterschutz wird mit Chef besprochen

Was ist der gesetzliche Mutterschutz?

Das Hauptziel des gesetzlichen Mutterschutzes besteht darin, einen bestmöglichen Gesundheitsschutz für schwangere und stillende Mütter zu gewährleisten. Frauen haben dadurch das Recht, ihrem Beruf während der Schwangerschaft und während des Stillens ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen für sich und das Baby weiter nachzugehen. Das Mutterschutzgesetz gilt für alle (werdenden) Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Auch Heimarbeiterinnen, Hausangestellte, geringfügig Beschäftigte, weibliche Auszubildende sowie gegebenenfalls auch Schülerinnen und Studentinnen unterstehen seinem Schutz. 

Änderungen des Mutterschutzgesetzes ab 2018

Seit Anfang des Jahres herrschen branchenunabhängige Verbote, sodass schwangere Arbeitnehmerinnen nicht zur Nacht- und Sonntagsarbeit verpflichtet werden können. Für Arbeiten nach 20 bis 22 Uhr sind zudem ein behördliches Genehmigungsverfahren und die ausdrückliche Zustimmung der Arbeitnehmerin erforderlich.

Ein neuer Ausschuss für Mutterschutz stellt seit Juli sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und arbeitshygienische Regeln auf. Sie schützen schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen und ihre Kinder. Außerdem helfen sie Arbeitgebern, mutterschutzrechtliche Regelungen praxisgerecht umzusetzen. Damit Arbeitgeber diese Bestimmungen einhalten können, sollen Frauen dem Unternehmen ihre Schwangerschaft und den voraussichtlichen Entbindungstermin mitteilen – so früh wie es ihnen möglich ist.

Schwangere Frau arbeitet im Büro

Mutterschutzfristen und Beschäftigungsverbote

Sechs Wochen vor dem Entbindungstermin dürfen Frauen nur noch mit ihrer Einwilligung arbeiten. Nach der Entbindung gilt ein achtwöchiges Beschäftigungsverbot– bei Früh- und Mehrlingsgeburten sind es sogar zwölf Wochen. Bei einer vorzeitigen Entbindung verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um die Tage, die die Arbeitnehmerin vorher nicht in Anspruch genommen hat.

Urlaubsansprüche bleiben auch während der Mutterschutzfristen weiterhin bestehen.

Kündigungsverbot

Arbeitgeber können den Arbeitsvertrag einer schwangeren Arbeitnehmerin nicht vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung kündigen – es gibt nur wenige Ausnahmen, die dies ermöglichen. Eine Kündigung nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist ebenfalls unzulässig. 

Das Mutterschaftsgeld bei gesetzlich Krankenversicherten

Das Mutterschaftsgeld sichert das finanzielle Einkommen in der Zeit, in der eine Arbeitnehmerin aus Schutzgründen nicht arbeiten darf. Frühestens sieben Wochen vor dem geplanten Entbindungstermin kann das Mutterschaftsgeld beantragt werden, weil der Arzt die benötigte Bescheinigung hierfür frühestens eine Woche vor Beginn der Mutterschutzfrist ausstellen darf. 

Gesetzliche Krankenkassen zahlen das Mutterschaftsgeld während der Schutzfristen und für den Entbindungstag.

Voraussetzungen für den Erhalt sind:

  • eine freiwillige oder pflichtversicherte Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse mit Anspruch auf Krankengeldzahlung,
  • ein Arbeits- oder Heimarbeitsverhältnis,
  • ein anstehendes Arbeitsverhältnis nach dem Anfang der Schutzfrist, sodass der Anspruch mit Beginn des Arbeitsverhältnisses besteht – wenn die Frau zu diesem Zeitpunkt Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsentgelt der letzten drei Kalendermonate – die gesetzlichen Abzüge werden abgezogen. Dabei beträgt das Mutterschaftsgeld maximal 13 Euro pro Kalendertag.

Mutter fasst ihren Babybauch an

Elternzeit

Während der Elternzeit können Eltern ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und haben weiterhin Kündigungsschutz. Jeder Elternteil hat Anspruch auf Elternzeit, um sich selbst um die Betreuung und Erziehung des Kindes zu kümmern – bis zum vollendeten dritten Lebensjahr. In dieser Zeit ruht das Arbeitsverhältnis und lebt nach dem Ende der Elternzeit wieder vollständig auf. Der Arbeitgeber muss in dieser Zeit kein Gehalt zahlen. Dafür zahlt der Staat dem Elternteil in Elternzeit zwölf Monate lang einen Teil weiter – je nach Einkommen zwischen 300 und 1800 Euro.

 

Pflichten des Arbeitgebers während der Schwangerschaft

Der Arbeitgeber muss der zuständigen Aufsichtsbehörde die Schwangerschaft seiner Arbeitnehmerin mitteilen. Der Arbeitgeber ist außerdem dazu verpflichtet, schwangere und stillende Frauen so zu beschäftigen, dass eine gesundheitliche Gefährdung ausgeschlossen ist – der Schutzbedarf von Mutter und Kind hat während der gesamten Schwangerschaft oberste Priorität. Der Arbeitsplatz inklusive benötigter Maschinen, Werkzeuge sowie Geräte muss daher eventuell auf die neuen Umstände angepasst werden. Gegebenenfalls ist es auch möglich, dass eine Arbeitnehmerin nicht mehr in allen Bereichen einsetzbar ist – zum Beispiel, wenn sie mit schädlichen Chemikalien in Kontakt kommen würde. Wenn Frauen und Arbeitgeber die Gefährdung nicht sicher beurteilen können, können sie sich mit ihren Fragen an die Aufsichtsbehörde wenden und so für Sicherheit sorgen.

Geschenk- und Abschiedsidee für angehende Mütter

Der letzte Arbeitstag vor der Entbindung rückt immer näher und die Suche nach einem passenden Abschiedsgeschenk beginnt. Viele Kollegen beschäftigen sich mit der Frage: Was können wir schenken? 

Oft wird es als No-Go gesehen, vor der Geburt bereits etwas für das ungeborene Baby zu schenken. Besser sind Geschenke, die sich auf die werdende Mutter oder die Familie beziehen.

  • Massageöl oder Pflegebad
  • Gutschein für Wellness oder ein Frühstück
  • Gutscheine für die Drogerie, die Apotheke oder eine Kleidungskette

Nach der Geburt ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt:

  • Fotoalben fürs erste Jahr
  • Abdruckset für Babyfüße
  • Tragetücher
  • Alles rund ums Stillen
  • Selbst gebastelte Geschenke 
Selbst gebastelte Glückwunschkarte mit Konfetti zur Geburt

Schnelle gebastelte Karte mit Konfetti aus dem Bürolocher

Auch eine selbst gebastelte Karte unterschrieben von allen Kollegen kommt immer gut an. Im Büro könnt ihr mit dem Locher ganz einfach Konfetti herstellen, das ihr dann in dann in den Umschlag gebt. So könnt ihr kreativ eure Glückwünsche senden. 

Das braucht ihr für die selbst gebastelte Karte mit Konfetti:

  • Locher
  • Buntes Papier
  • Eine Motivpostkarte
  • Einen durchsichtigen Umschlag oder einen normalen Umschlag
  1. Mit dem Locher stanzt ihr eine Handvoll Löcher aus dem Papier aus.  
  2. Druckt euch eine schöne Karte aus oder besorgt sie im Vorfeld.
  3. Am schönsten kommt das Konfetti zur Geltung, wenn ihr die Karte in einen durchsichtigen Umschlag gebt und das Konfetti hineinfüllt.

 

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