Übers Gehalt spricht man nicht! Aber warum?


Je länger wir bei ein und demselben Arbeitgeber angestellt sind, desto besser kennen wir unsere Kollegen. Lieblingsessen? Lieblingsverein? Wie viele Kinder hat er? Verheiratet oder geschieden? Alles Fragen, die wir problemlos über unseren Sitznachbarn beantworten können. Nur eins wissen wir meistens nicht: sein Gehalt. Und das ist auch gut so – wir sagen euch warum!

„Mir doch egal, jeder darf wissen, was ich verdiene“ sagen die einen. Weitaus verbreiteter ist jedoch die Meinung: „Lieber behalte ich mein Gehalt für mich.“ Verständlich, denn in Unternehmen sind die Gehaltsunterschiede meistens groß. Nicht nur der gerade viel diskutierte Gender Gap, sprich die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, ist ein Grund hierfür. Beim Gehalt ist jeder „seines Glückes Schmied“. Wer mehr haben will, muss dies einfordern und Verhandlungsgeschick zeigen.

Was spricht also dagegen, mit Kollegen über das Gehalt zu reden?

 

  • Eigentlich können wir dabei nur verlieren. Verdienen wir weniger als unsere Kollegen, die in etwa das Gleiche tun und die gleiche Berufserfahrung haben, bekommen wir bestenfalls Mitleid, schlimmstenfalls Spott. Verdienen wir deutlich mehr, müssen wir nicht lange nach Kollegen suchen, die uns das nicht gönnen und Missgunst zeigen. Dass unser Gehalt Thema beim nächsten Büroklatsch sein wird, ist so oder so sicher.
  • Fühlen wir uns aufgrund des niedrigeren Gehalts ungerecht behandelt, wirkt sich das natürlich negativ auf unsere Motivation und Arbeit aus. Schlechte Stimmung im Büro ist die Folge. 

  • Zwar gibt es kein Gesetz, das uns verbietet, über unser Gehalt zu sprechen. Trotzdem setzen die meisten deutschen Arbeitgeber dies quasi voraus. „Plaudertaschen“ sind nicht gerne gesehen und werden bei der nächsten Gehaltsverhandlung sehr gute Argumente brauchen! 


Die Sache scheint recht eindeutig: Geht es ums Gehalt, sollten wir lieber den Mund halten. Und das betrifft nicht nur das Gehalt des Kollegen. Im Freundeskreis können große Gehaltsunterschiede genauso für Missmut sorgen.

Gibt es aber Argumente dafür, Gehälter offenzulegen? Tatsächlich!

  • Offene Gehälter sorgen für Transparenz. Die Ausgangsbasis für Gehaltsverhandlungen ist deutlich besser, wissen wir, was der Kollege am Ende vom Monat auf dem Konto hat. Auch beim Bewerbungsgespräch fällt es uns leichter, unsere Gehaltsvorstellungen realistisch einzuschätzen.

  • Offene Gehälter machen es möglich, zu große Differenzen im Gehalt aufzudecken. So werden etwa auch Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen öffentlich.
  • Es gibt Arbeitgeber, die sagen, offene Gehälter würden den Wettbewerb unter Kollegen anspornen. Dies mag von der Unternehmenskultur abhängen. Viele Studien sprechen jedoch dagegen. 

 

Wird in anderen Ländern unter Kollegen übers Gehalt gesprochen?


Tatsächlich ist es ziemlich „deutsch“, sein Gehalt vor Kollegen geheim zu halten. In den USA sieht es ganz anders aus, getreu dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Wer hat, spricht darüber! Auch in China ist Geld ein beliebtes Gesprächsthema. In Norwegen gibt es eine öffentliche Plattform, auf der jeder die Steuerliste und somit auch das Gehalt des anderen einsehen kann. Denn hier gilt: „Du sollst dir nicht einbilden, etwas Besseres als dein Nachbar zu sein.“

Anders als beim Gehalt kann es bei den guten Vorsätzen für 2018 helfen, diese mit den Kollegen zu teilen. Dann ist es einfacher, sie einzuhalten!
Auch wert, mit Kollegen geteilt zu werden: Unsere Life Hacks fürs Büro

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