Urlaubsanspruch Planung der Reise mit Landkarte

Urlaubsanspruch

Ihr arbeitet selbstständig oder freiberuflich? Dann habt ihr relativ freie Wahl bei euren Urlaubszeiten. Anders sieht es aus, wenn ihr angestellt seid. Euren Urlaubsanspruch legt euer Arbeitgeber fest. Der Urlaub ist im Angestelltenverhältnis sogar gesetzlich geregelt und sorgt dafür, dass ihr auch während der Urlaubszeit bezahlt werdet. Wie viele Urlaubstage euch zustehen und was es bei der Urlaubsplanung noch zu beachten gilt, haben wir euch in diesem Artikel zusammengefasst.

Schreibtisch mit Schreibtischlampe und I-Pad mit Internetseite zu Urlaubsanspruch

Was für einen gesetzlichen Urlaubsanspruch hat man als Angestellter? 

Im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) sind alle Details zum Urlaub festgelegt. Als Arbeitnehmer habt ihr jedes Jahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Für jeden Arbeitnehmer sind vier Wochen Jahresurlaub vorgesehen, sodass der Mindesturlaub bei einer 6-Tage-Woche 24 Werktage pro Kalenderjahr beträgt. Das das Bundesurlaubsgesetz aus dem Jahr 1963 stammt und zu dieser Zeit noch eine 6-Tage-Woche üblich war, basieren die Berechnungen darauf.

So viel Mindesturlaub steht euch zu:

  • Bei einer 6-Tage-Woche ergeben sich 24 Urlaubstage 
  • Bei einer 5-Tage-Woche ergeben sich 20 Urlaubstage
  • Bei einer 4-Tage-Woche ergeben sich 16 Urlaubstage
  • Bei einer 3-Tage-Woche ergeben sich 12 Urlaubstage
  • Bei einer 2-Tage-Woche ergeben sich 8 Urlaubstage
  • Bei einer 1-Tage-Woche ergeben sich 4 Urlaubstage

Für wen gilt der gesetzliche Urlaubsanspruch?

  • Arbeiter
  • Angestellte
  • Teilzeitkräfte
  • geringfügig Beschäftigte auf 450-Euro-Basis
  • Auszubildende
  • Praktikanten

 

Einige Berufsgruppen wie zum Beispiel Jugendliche und gesundheitlich beeinträchtigte Personen haben darüber hinaus einen höheren Anspruch auf Erholungsurlaub. Aus Tarifverträgen können sich ebenfalls abweichende Urlaubsregelungen ergeben. Wenn ihr zum Beispiel im Baugewerbe tätig seid, wird euer Urlaub über spezielle, tarifliche Urlaubskassen abgewickelt.

Falls ihr von einer Voll- in eine Teilzeittätigkeit mit weniger Wochenarbeitstagen wechseln möchtet, darf euer Arbeitgeber eure bezahlten Urlaubstage übrigens nicht verhältnismäßig kürzen.

 

Wie errechne ich meinen Urlaubsanspruch als Teilzeitkraft?

Hier kommt es darauf an, wie ihr eure Stunden in der Woche verteilt. Arbeitet ihr 5 Tage in der Woche mit einer geringeren Stundenzahl habt ihr die gleiche Regelung wie Vollzeitbeschäftigte. Seid ihr nicht täglich beschäftigt, kommt es auf das Verhältnis zwischen Beschäftigungstagen und Werktagen an.

Euren Urlaubsanspruch bei Teilzeitbeschäftigung errechnet ihr so: 

Wenn ihr beispielsweise einen Urlaubsanspruch von 27 Arbeitstagen in einer 5-Tage-Woche habt, aber in Teilzeit nur 3 Tage pro Woche arbeitet, rechnet ihr:

28 Arbeitstage/5Wochenarbeitstage x 3 Arbeitstage= 17 Arbeitstage Urlaub

Die Urlaubstage beziehen sich natürlich immer nur auf die Wochentage, an denen ihr üblicherweise arbeitet.

 

Richtig Urlaub nehmen – wann darf man sich Urlaub nehmen?

Da es sich um einen Jahresurlaub handelt, entsteht euer Urlaubsanspruch nicht Monat für Monat. Das bedeutet, dass ihr euren Jahresurlaub grundsätzlich schon zu Jahresbeginn komplett in Anspruch nehmen könnt. In der Praxis müsst ihr bei eurer Urlaubsplanung aber ein paar Punkte berücksichtigen:

  1. Bevor ihr euren vollen Jahresurlaub verlangen könnt, muss euer Arbeitsverhältnis seit sechs Monaten bestehen.

  2. Bei der zeitlichen Urlaubsfestlegung muss euer Betrieb zwar eure Urlaubswünsche berücksichtigen, es gibt aber betriebliche Gründe, die eurer Urlaubsplanung entgegenstehen können: Terminwünsche von Eltern mit schulferiengebundenen Kindern haben beispielsweise Vorrang. Frühzeitig bekannte Krankheitsfälle von Kollegen können ebenfalls dazu führen, dass ihr euch einen anderen Zeitpunkt für euren Urlaub suchen müsst.

  3. Euer Arbeitgeber darf nicht von euch verlangen, euren Jahresurlaub zu stückeln. Mindestens zwei Wochen Urlaub bzw. 12  Urlaubstage dürft ihr euch am Stück nehmen, wenn ihr mindestens 12 Urlaubstage zur Verfügung habt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass ihr genügend Erholungszeit am Stück habt.

  4. Am besten kümmert ihr euch frühzeitig um euren Urlaub. Genehmigungen können sich nämlich in die Länge ziehen, da es keine Genehmigungsfristen im Arbeits- oder Urlaubsrecht gibt. Wenn es doch mal eilig sein sollte, sprecht ihr am besten persönlich mit eurem Chef und bittet ihn um eine zeitnahe Entscheidung.

  5. Nicht verbrauchte Urlaubstage verfallen. Ihr könnt sie im Regelfall noch bis zum 31. März des Folgejahres nutzen.

 

Gut zu wissen: Genehmigter Urlaub darf nicht mehr gestrichen werden – auch dann nicht, wenn plötzlich Personalmangel eintritt. Gleiches gilt, wenn euer Chef euch am Strand anruft und euch verzweifelt darum bittet, zurückzukommen. Zum einen müsst ihr im Urlaub ohnehin nicht für euren Chef erreichbar sein – euer Chef muss nicht einmal wissen, wo ihr überhaupt seid. Zum anderen ist es rechtlich nicht zulässig, euch aus dem Urlaub zurück zu verlangen.

1 Quelle: Arbeitsrechte.de: Gesetzlicher Urlaubsanspruch - Was beinhaltet das Urlaubsrecht,  https://www.arbeitsrechte.de/urlaubsanspruch/. 

Minusstunden und das ausgerechnet vor dem Urlaub – was nun?

Aus unterschiedlichen Gründen kann es passieren, dass ihr Minusstunden sammelt. In den meisten Fällen könnt ihr euer Zeitkonto mit Mehrarbeit wieder ausgleichen. Achtet darauf, in welchem Zeitraum ihr die fehlenden Stunden abgeleistet haben müsst – sonst sind Gehaltskürzungen möglich.

Nicht immer besteht die Möglichkeit, Stunden auszugleichen. Panik bricht dann aus, wenn der Vorgesetzte die vorhandenen Minusstunden von eurem vertraglich zugesicherten Urlaubsanspruch abziehen will – und das eine Woche, bevor ihr mit euren Liebsten in den Urlaub fliegen wollt. Was nun?

Keine Sorge, euer Urlaub ist nicht in Gefahr. Im Rahmen einer legitimen Urlaubsgewährung hat euer Chef den Urlaub im Vorhinein gewährt und kann ihn nicht rückwirkend zurücknehmen. Außerdem handelt es sich bei eurem Urlaub um einen vertraglichen Anspruch auf Erholung, dem jeder Arbeitgeber zwingend nachkommen muss.

Urlaubskalender

So viele freie Tage haben wir tatsächlich in Deutschland

Wenige Arbeitnehmer erhalten nur den gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubsanspruch von 20 Tagen. Viele Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitern stattdessen teils deutlich mehr Urlaub - im Schnitt haben wir in Deutschland knapp 27 Urlaubstage im Jahr. Wenn ihr sogar 30 Urlaubstage habt, gehört ihr zur glücklichen Hälfte der deutschen Arbeitnehmer.

Alte und neue Bundesländer imVergleich

Einen großen Einfluss auf die Höhe eures Urlaubsanspruchs hat euer Arbeitsort. In den alten Bundesländern habt ihr in der Regel mehr Urlaub als in den neuen Bundesländern. So haben Arbeitnehmer in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 28 Tagen bundesweit die meisten freien Tage. Demgegenüber stehen Beschäftigten in den neuen Bundesländern durchschnittlich nur 26,5 Urlaubstage zur Verfügung. Neben den Urlaubstagen gibt es außerdem Freizeit durch gesetzliche Feiertage. Auch hier seid ihr wieder abhängig von dem jeweiligen Bundesland, in dem ihr arbeitet. Bayern hat die meisten Feiertage – es sind 13 Tage im Jahr. Mit knapp 42 freien Tagen im Jahr ist Bayern daher Spitzenreiter im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Schlusslicht Berlin landet bei knapp 37 freien Tagen im Jahr.

 

Alte und neue Bundesländer im Vergleich

Einen großen Einfluss auf die Höhe eures Urlaubsanspruchs hat euer Arbeitsort. In den alten Bundesländern habt ihr in der Regel mehr Urlaub als in den neuen Bundesländern. So haben Arbeitnehmer in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 28 Tagen bundesweit die meisten freien Tage. Demgegenüber stehen Beschäftigten in den neuen Bundesländern durchschnittlich nur 26,5 Urlaubstage zur Verfügung. Neben den Urlaubstagen gibt es außerdem Freizeit durch gesetzliche Feiertage. Auch hier seid ihr wieder abhängig von dem jeweiligen Bundesland, in dem ihr arbeitet. Bayern hat die meisten Feiertage – es sind 13 Tage im Jahr. Mit knapp 42 freien Tagen im Jahr ist Bayern daher Spitzenreiter im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Schlusslicht Berlin landet bei knapp 37 freien Tagen im Jahr.

Ideen für den Urlaub

Reiseunterlagen für die Urlaubsplanung

Ob zum Ski fahren in die Berge oder in ein Hotel mit direktem Zugang zum Strand – einen Großteil eures Urlaubs könnt ihr mühelos planen. Aber was ist mit den übrigen Urlaubstagen? Statt einfach irgendwann Urlaub zu nehmen, werft ihr am besten zuerst einen Blick in eure Kalender. Geburtstage, Hochzeiten oder andere Anlässe eignen sich wunderbar für ein paar Tage Auszeit vom Beruf. Außerdem könnt ihr Feiertage nutzen. Nur einen Urlaubstag drangehängt und schon habt ihr vier freie Tage inklusive Wochenende. Das kann zum Beispiel schon reichen, um einen Kurztrip in ein anderes Bundesland zu unternehmen. Deutschland hat viele schöne Ecken, die ihr für ein paar Tage besuchen könnt – ohne viele Urlaubstage opfern zu müssen.

Wenn euer Reiseziel keinen Feiertag hat, könnt ihr sogar entspannt durch die Stadt bummeln – ganz ohne riesige, laute Menschenmengen. Aber bevor ihr euch eifrig an die Planung machtet, solltet ihr euch unbedingt mit eurer Familie oder Freunden absprechen: Es gibt doch nichts Langweiligeres als am Ende alleine Zuhause zu sitzen, weil alle anderen arbeiten müssen. Dann hättet ihr den Tag genauso gut mit euren Kollegen im Büro verbringen können.

Jetzt zum Newsletter anmelden!

Unser Newsletter hält dich alle vier Wochen mit den spannendsten Artikeln

rund um den Büroalltag auf dem Laufenden. Lass dich inspirieren.

Jetzt kostenlos registrieren und nichts mehr verpassen!

(Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.)